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Uwe-Appold-Weg Oberberg eröffnet

Am Pfingstmontag wurde der Uwe-Appold-Weg feierlich eröffnet. Die Ausstellung ist jedes Jahr ab Pfingstmontag für sechs Wochen zu erleben. Bild von links nach rechts: Pastor Maik Führing, Pfr. I.R. Klaus-Peter Jansen, Landrat Klaus Grootens, Künstler Uwe Appold, Bürgermeisterin Larissa Weber, Pfr. Thomas Seibel, Andreas Rostalski, Diakon Patrick Oetterer
von links nach rechts: Pastor Maik Führing, Pfr. I.R. Klaus-Peter Jansen, Landrat Klaus Grootens, Künstler Uwe Appold, Bürgermeisterin Larissa Weber, Pfr. Thomas Seibel, Andreas Rostalski, Diakon Patrick Oetterer
Datum:
25. Mai 2026

In Anwesenheit des Künstlers wurde Pfingstmontag der Uwe-Appold-Weg eröffnet. Die Einweihung des Weges begann am Morgen in der Evangelischen Kirche Waldbröl mit Pfr. Thomas Seibel, wurde dann fortgesetzt in der +Culturkirche Osberghausen mit Diakon Patrick Oetterer und fand den Abschluss in der St. Franziskuskirche Gummersbach mit Kreisdechant Christoph Bersch. Zahlreiche Gläubige nahmen an den Feierlichkeiten in allen Kirchen teil. In Gummersbach sind auf fünf Bildern Teile der Messe dargestellt. Beginnend mit dem Kyrie, dann Gloria, Credo, Sanctus und Agnus dei. Pfr. Bersch nahm die Gottesdienstbesucher mit zu den einzelnen Bildern und erläuterte sie mit einigen Gedanken. Sie wurden untermalt vom Gesang der Sängerin Alexandra Naumann.

Der Weg wurde fortgesetzt in das Seniorenzentrum St. Elisabeth. Dort hängen zwei großformatige Bilder „Das himmlische Jerusalem“ bereits im Eingangsbereich und im großen Saal „Das Weltgericht“.

Im Anschluss an die feierliche Einweihung gab es im Saal des Seniorenzentrums einen Empfang, bei dem die Schenkungsurkunden für 44 Bilder des Künstlers unterzeichnet wurden. Bürgermeister Halding-Hoppenheit dankte für die große kulturelle Bereicherung durch den Uwe-Appold-Weg. Künstlerseelsorger Diakon Patrick Oetterer moderierte ein für alle Anwesenden interessantes Gespräch mit Uwe Appold. Der in Flensburg lebende Künstler ist seit über 20 Jahren im Oberbergischen bekannt und auch ein Stück zuhause. Der Evangelische Kirchenkreis an der Agger und das Berufskolleg Dieringhausen zeigen einige seiner großen Werke. Appold sagte, dass die Einrichtung des Weges der Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens sei.

Der Uwe-Appold-Weg möchte mehr sein als eine Ausstellung. Er lädt ein zum Innehalten. In den nächsten Jahren wird er nach Pfingsten sechs Wochen innerhalb der Gottesdienste und nach Absprache erlebbar sein. Es ist geplant, den Bildern einige Gebets- und Gedankentexte beizulegen.

 

Im Anschluss einige Gedanken von Pfr. Bersch zu den Bildern in St. Franziskus, Gummersbach:

Kyrie:

Im Kyrie wenden wir uns als Gemeinde ausdrücklich an IHN, den HERRN. Es ist unsere Begrüßung und unsere Huldigung an ihn:

die griechische Übersetzung ist Kyrios, im Hebräischen steht dort JAHWE, der geheiligte Name Gottes.

Es ist ein wichtiges Element, das unser Beten groß macht: weg von uns und allem Selbstbezug; ausgerichtet auf IHN hin.

Das Kyrie-Bild von Appold ist ein Diptychon = zwei Tafeln, ein zweiflügeliges Andachtsbild

Professor Zehnder: "Die Bildform ist eine Hoheitsformel: sie betont und erhebt den Bildinhalt in besonderer Weise."

Wo jetzt das Kyrie-Bild seinen Platz hat, war bis vor einigen Wochen einer der Beichtstühle. Dem Kyrie unmittelbar vorausgegangen ist das Schuldbekenntnis, aber auch die Vergebungsbitte. Im Bild finden sich dafür die dunkelfarbigen Segmente, die dann leicht werden und nach oben streben. Am oberen Ende findet sich dann Blattgold: Symbol für Gott und die ewige Schönheit. Im Bild findet sich der Kyrie-Schriftzug spiegelverkehrt: Zeichen für die göttliche Perspektive - vom Chaos zum Kosmos, von der Untergangsangst zur Hoffnung, Ruhe und Harmonie

 

Gloria:

Fortführung des Kyrie an Sonntagen, Hochfesten und Festen. Es hat seinen Sitz in Betlehem, im Gesang der Engel auf den Hirtenfeldern. Das Gloria in der Liturgie ist die Verherrlichung des Vaters in der Erscheinung Jesu Christi durch die Gemeinde, die im Heiligen Geist geeint ist.

Im Bild sehen wir dominierend die Kreisform: eine homogene Gestalt, ohne Ecken und Kanten, mit leuchtenden Farben. Rund: das sind die Sonne, die Planeten einschl. unseres eigenen Planeten Erde, die dazu berufen ist, die Herrlichkeit des Herrn zu empfangen und wiederzuspiegeln. Hinzu kommt der mit Blattgold belegte Balken, der dem Kreis eine Ausrichtung gibt. Es ist wie das Griffbrett eines Musikinstrumentes, z.B. einer Gitarre. Das Gloria ist ein Lied, ein Lied der Engel, das die Hirten zur Krippe eilen lässt, ein Lied, das unsere Seele tiefer mit Gott in Berührung bringt als das gesprochene Wort. Und auch dieses Gemälde, das unsere Sinne so sehr anspricht, ist "Ehre Gottes": Ausdruck von Gottes Herrlichkeit und von Frieden auf Erden, wo der Balken uns nicht verblendet (> Bergpredigt: "den Balken vor deinem eigenen Auge siehst du nicht")j, sondern auf den Herrn hin ausrichtet.

 

Credo:

Das CREDO ist die Mitte: im Altarraum von St. Franziskus und in unserer Gottesbeziehung

Viele Kernsätze der Heiligen Schrift sprechen vom Glauben

•      "Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden."

•      "Alles vermag, wer glaubt."

•      "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Glaubst du das?"

•      "Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben."

Glaube bewahrt vor Einsamkeit, Engstirnigkeit und Gleichgültigkeit. Glaube im Heiligen Geist bedeutet nach einem Lied: "Strom des Lichtes, Feuersglut". Das dreiteilige Retabel von Uwe Appold zeigt die Farben Rot - Liebe, Feuersglut - und Blau - Glaube, Weite, Lichtfülle.

Und in der Mitte: der goldene Ring - Zeichen der Vollkommenheit, der unendlichen Strömung der göttlichen Herrlichkeit. Das "Credo" buchstabiert den Glaubensweg von Gott her: ER ergreift die Initiative. Als Vater und Schöpfer, als Sohn und Retter, als Geist für die Kirche und die Vollendung der ganzen Schöpfung.

Ob die Nägel der Kreuzigung im rechten Bild, ob die sieben Flammen im roten Teil der Bildmitte, oder der Kelch als Schale mit loderndem Feuer und die Offene Tür im linken Bildfeld: Alles wird zum Zeugnis für einen Gott, der sich ganz uns Menschen mitgeteilt hat, damit wir in SEINE Mitte finden, die unendliche Weite SEINER Liebe.

 

Sanctus / Benedictus:

Wir sind am Beginn des Eucharistischen Hochgebetes. Nach den Worten der Präfation, die das Wesen und Wirken Gottes entfalten, dankend und lobpreisend, gipfelt dieses "Lob deiner Herrlichkeit" dann im alttestamentlichen Bekenntnis der Heiligkeit Gottes, die Himmel und Erde erfüllt: Sanctus, Sanctus, Sanctus.

 

Das Sanctus-Bild besteht aus zwei Bildteilen: der schmale Teil ragt heraus, so wie ein steil ansteigender Weg nach oben. Der Weg Jesu nach Golgotha? Ein Leidensweg, dunkel, dann blutrot, dann helle Streifen - so wie die Binden im Grab Jesu, die er bei seiner Auferstehung zurücklässt.

Im rechten Bildteil sieht der Betrachter blaue Flächen in Form einer Raute. Professer Zehnder: "Die Leinwand bricht entsprechend der fünf Stigmata fünfmal auf, die Wundbinden werden weggeweht."

"Benedictus" sowie "Caeli und terra": die auch hier seitenverkehrt geschriebenen Worte bekennen, dass auch die Erde gesegnet ("benedictus") ist, durch den Heiligen Gott und seinen auferstandenen Sohn. Das Blau der Meere, das Wasser des Lebens zeigt, wozu Gott uns beruft.

 

Agnus Dei:

"Lamm Gottes" - Bei diesen Worten bricht der Priester das konsekrierte Brot. So lautet der älteste und der biblische Name von "Missa": Brotbrechen.

Es ist Symbol dafür, dass wir den zerbrochenen Herren, schärfer noch: das geschlachtete Lamm empfangen: mein Leib, für euch hingegeben. Und es ist Symbol der Einheit von altes her. Aus den vielen Körnern das eine Brot. Und schon beim Exodus im Alten Testament: Das Blut des Lammes an den Türpfosten wird zur Rettung aller, die zum Volk Gottes gehören.

Wie sehr spiegelt sich das im Agnus-Dei-Bild von Uwe Appold wieder! Das eine Drei-Eck. Wirbelnde Farben - doch darüber die drei-eine Liebe Gottes. In der Darstellung könnte die Form eines Hausgiebels oder auch einer Orgel aufgegriffen sein - und darunter ein Kreis in Form eines Auges. Gott schaut auf uns. Auch und gerade auf unsere Sünden, ja die Sünde der ganzen Welt. Er lässt sich auf sie ein, so bunt und bedrohlich, so vielgestaltig und abgründig unsere Welt auch ist. Es ist SEIN Angebot, uns zu erläsen und zu vollenden, auch wenn es bei der Messfeier "nur" ein geteiltes Stück brot ist, das uns gezeigt wird: Ecce Agnus Dei! Uwe Appold erschließt uns machtvoll in Form und Farbe, was Gott seiner Welt bringt: SEINEN umfassenden, vollkommenen Frieden. 

Fotos der Eröffnung

7 Bilder