Die Kirche St. Martin präsentiert sich dem Besucher als blockhaftes, langgestrecktes und hell verputztes rechtwinkliges Volumen. Ein abgewalmtes, flaches Zinkdach mit kräftigem First und umlaufender Blechtraufe deckt die Kirche. Die nordwestliche Stirnseite ist geschlossen, in die nordöstliche Langseite sind unregelmäßig lange Fensterschlitze eingeschnitten – meist vertikal, an der Ostecke auch (unter der Traufe) horizontal. Auch das blockhafte Vordach des Eingangs nahe der Nordecke, ist offenbar nachträglich mit einem abgewalmten Zinkdach eingeblecht worden, es zeigt an der Stirnseite ein geometrisches Relief. Die rechte Seite als diagonal geteiltes Quadrat mit unterschiedlich weit vorstehenden Hälften (blau und weiß gefasst), die von einem ebenfalls diagonal geteilten Quadrat gerahmt sind, die linke mit horizontaler Teilung in eine schmale untere Fläche
(mit Sonne an der Außenecke) und einer oberen Fläche, auf die eine metallene Martinsdarstellung appliziert ist.
An der südöstlichen Schmalseite schließt die niedrigere Sakristei an das Kirchenschiff an, deren Seite zur Straße hin vor die Kirchenschiffflucht tritt und dort einen von Nordwest zugänglichen Zugang ausbildet. Der Turm steht über der Südecke des Kirchenschiffs, er zeigt kleine Öffnungen und eine nach Nordost weisende Tür (als Dachausstieg). Auch die südwestliche Langseite zum Tal ist mit unregelmäßigen Fensterschlitzen versehen, dies ist allerdings hinter der Eingrünung bestenfalls zu erahnen.
Der Besucher tritt durch das hölzerne, leuchtend rot gestrichene Portal und tritt von hinten in einen schmalen, langgestreckten Raum, der auf den Altarbereich im Südosten ausgerichtet ist. Hier zeigt sich die Kehrseite des prägnanten und städtebaulich im Grundsatz ansprechenden Außenbaus, durch dessen Prospektwirkung der longitudinale Innenraum nochmals gestreckt wird. Innen sind die Umfassungswände aus Mauerwerk mit eingefärbten Fugen gebildet, die warmtonig und ansprechend sind, mit der mattweißen, an den Längswänden kastenartig ausgenommenen Holzdecke aber in einem etwas unbefriedigenden Kontrast stehen. Der Raum ist hell, erscheint in der Lichtführung allerdings etwas unruhig: Streiflichter heben den Chor und den rückwärtigen Raumabschluss im Nordosten gut hervor, entlang der Gemeindebänke erscheinen die vor allem den unteren Raumbereich unregelmäßig ausleuchtenden Fensterschlitze nicht als die beste Lösung. Auch bei den Fenstern gewinnt man den Eindruck, die Wirkung am Außenbau war wichtiger als die Lichtführung innen.
Diese Asymmetrie wird durch den Chor verstärkt. Zwei seitliche Wandnischen an den Längswänden stellen einen geschlossenen Mauerwerksbereich in der Mitte frei, diese schmalen Wandnischen sind jedoch unterschiedlich belichtet: durch die rechte blickt man auf den Sakristeizugang, die linke hingegen ist durch einen hohen Fensterschlitz seitlich belichtet und so deutlich heller (bis auf den dort eingelassenen Grundstein ist sie funktionslos).
An der gegenüberliegenden Stirnseite belichten die hohen seitlichen Fensterschlitze eine auskragende Wandkonsole, die offenbar als Standfläche eines Orgelprospekts dienen sollte: hier ist nun eine bewegte Holzskulptur des Drachentöters St. Michael aufgestellt. Unter der Konsole sind unterschiedlich kleine Fenstereinschnitte mit farbigen Gläsern geschlossen, die einen in Schwarzlot gezeichneten Kreuzweg bilden (siehe hierzu auch Leverkusen-Schlebusch, St. Thomas Morus). Die kleine Filialkirche St. Martin ist eine kraftvolle, ambitionierte Gestaltung, deren Wirkung im Außenbau jedoch etwas zu Lasten der Raumbildung im Inneren geschieht. Die Lichtführung spricht für einen überaus bewussten, allerdings nicht gänzlich geglückten Entwurfsansatz. Die auch handwerklich im Detail nicht überzeugende Holzdecke mindert den Raumeindruck.